Repetitive Transkranielle Magnetstimulation (rTMS)

Die repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) ist ein modernes, nicht-medikamentöses, nicht-invasives und wissenschaftlich etabliertes Behandlungsverfahren zur Therapie der Depression, mit einer zu Antidepressiva vergleichbaren Erfolgswahrscheinlichkeit von etwa 40%. Durch gezielte Magnetimpulse werden Aktivität und Vernetzung ausgewählter Hirnareale beeinflusst, ohne dass ein operativer Eingriff oder eine Narkose erforderlich ist.

Die Behandlung wird insbesondere dann bei Depressionen eingesetzt, wenn eine medikamentöse Therapie nicht ausreichend wirksam ist oder nicht gut vertragen wird (Sollte-Empfehlung der Nationalen Versorgungsleitlinie Depression). Die Sitzungen erfolgen ambulant, sind in der Regel gut verträglich und ermöglichen eine unmittelbare Rückkehr in den Alltag (keine Einschränkungen der Fahrtüchtigkeit/Alltagsaktivität). In unserer Praxis erfolgt die Indikationsstellung nach sorgfältiger fachärztlicher Diagnostik und auf Grundlage der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse. Gerne beraten wir Sie in einem persönlichen Gespräch, ob die rTMS für Ihre individuelle Situation eine geeignete Behandlungsoption darstellt.

Während die Kosten für eine rTMS in einigen Industrieländern von den öffentlichen Gesundheitssystemen übernommen werden, so ist dies in Deutschland bis auf weiteres noch nicht der Fall. Daher müssen die Kosten durch gesetzlich Versicherte leider selbst getragen werden. Die Gesamtkosten eines vollständigen Behandlungszyklus (ca. sieben Wochen mit vier Sitzungen pro Woche) betragen 2839,78 EUR. Im Einzelfall ist auch ein beschleunigtes Behandlungsprotokoll von etwa halber Gesamtdauer möglich (d.h. die rTMS kann sich auch über nur drei bis vier Wochen erstrecken).

Die Stimulationstermine dauern grundsätzlich 5-15 Minuten, inklusive Vor- und Nachbereitung. Allein beim ersten Termin ist mit einer Behandlungsdauer von 60-90 Minuten zu rechnen, da außerdem eine anatomische Vermessung des Schädels erfolgt (Klärung des Stimulationspunktes), sowie die genaue Bestimmung der individuellen Behandlungsintensität. 

rTMS ist nicht geeignet bei bestimmten Metallimplantaten im Kopfbereich und Cochlea-Implantaten. Der Einsatz bei Schwangeren und bei eingestellter Epilepsie muss kritisch geprüft werden.

Zu häufigen Nebenwirkungen zählen insbesondere vorübergehende Kopfschmerzen und Zuckungen der Gesichtsmuskulatur während der Stimulation (das Magnetfeld kann auch den Gesichtsnerven anregen). In extrem seltenen Fällen kann es zu einem epileptischen Anfall kommen. Es gibt Hinweise, dass Sie mit einer hinreichenden Trinkmenge vor und nach der Behandlung die häufigen Nebenwirkungen lindern können. Insgesamt werden die Nebenwirkungen, falls Sie auftreten, als leicht bis moderat unangenehm erlebt.

Gerne können Sie zur rTMS anhand nachfolgender Quellen ein Selbststudium betreiben:

  1. Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung, Version 3.2. Empfehlung 7-29

  2. Kishi T, Ikuta T, Sakuma K, et al. Theta burst stimulation for depression: a systematic review and network and pairwise meta-analysis. Molecular Psychiatry. 2024;29(12):3893-3899. DOI: 10.1038/s41380-024-02630-5.  

  3. Blumberger DM, Vila-Rodriguez F, Thorpe KE, et al. Effectiveness of theta burst versus high-frequency repetitive transcranial magnetic stimulation in patients with depression (THREE-D): a randomised non-inferiority trial. Lancet. 2018.  

  4. Ontario Health. Repetitive Transcranial Magnetic Stimulation for People With Treatment-Resistant Depression: A Health Technology Assessment. 2021.  

  5. Dalhuisen I, et al. Cost-Effectiveness of rTMS as a Next Step in Antidepressant Non-Responders: A Randomized Comparison With Current Antidepressant Treatment Approaches. Acta Psychiatr Scand. 2024.